Tampondruck

POSPRINT druckt im Tampondruck bis zu einer Motivgröße von ca. 200 x 150 mm passgenau, farbbrillant und qualitativ hochauflösend.
In allen Farben, ob RAL, HKS oder Pantone.

Wir bedrucken im Tampondruck für Sie unterschiedlichste Materialien wie:
Edelstahl, Glas, Holz, Karton, Kunststoffe, Leder, Metalle, Papier, Plexiglas, Stoffe uvm. und das auch mit unebenen Oberflächen.
POSPRINT bedruckt Formteile wie Spritzgussteile und Tiefziehteile aus Kunststoff oder Stanz-, Biege- und Schweißteile aus Metall.
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Projekt: Eiskratzer
Material: Polystyrol
Farbanzahl: 1-farbig / grün
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Projekt: Notitzblock
Material: Kunstleder
Farbanzahl: 1-farbig / blau, rot
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Projekt: Metall - Handyhalter
Material: Aluminium eloxiert
Farbanzahl: 2-farbig / grau, blau
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Projekt: Holz - Yoyo
Material: Holz , silberlackiert
Farbanzahl: 2-farbig / grau, blau
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folgende Artikel können wir auch im Tampondruck bedrucken:
| Spielsachen |
Werbeartikel |
| Schreibgeräte |
Bleistifte |
| Spritzgussteile |
Meterstäbe |
| Werbemittel |
Etiketten |
| Büroartikel |
Typenschilder |
| Metallteile |
Golfbälle |
| Stanzteile |
Tischtennisbälle |
| Werbeartikel |
Messer |
| Gussteile |
Küchengeräte |
| Drehteile |
Freizeitartikel |
| Biegeteile |
Taschnerechner |
| Bälle / Kugeln |
USB Sticks |
| Etuis |
MP3 Player |
| technische Teile |
Lineale |
| Kugelschreiber |
Preisschilder |
| Abdeckungen |
elektronische Elemente |
| Hauben |
Feuerzeuge |
| elektrische Teile |
CD s |
| Spritzen |
CD - Hüllen |
Tampondruck - Theorie
Der Tampondruck ist ein indirektes Druckverfahren (Tiefdruckprinzip), das sich zum wichtigsten Verfahren zum Bedrucken von Kunststoffkörpern entwickelt hat und das besonders aus der Werbemittelbranche nicht mehr wegzudenken ist.
Der Tampondruck ist ein indirektes Tiefdruckverfahren für das Beschriften und Dekorieren von Gegenständen aller Art. Die eingefärbten Bildstellen der plan liegenden Druckform werden von einem flexiblen Tampon, das indirekte Übertragungselement, übernommen und auf beliebiges Material gedruckt. Der Tampon ist flexibel an alle Formen von gegenständen anzupassen.
Druckprodukte können u. a. sein Armaturen, Beleuchtungskörper, Elektrogeräte, Computerbauteile, Spielzeug, Haushaltsartikel, Kugelschreiber, Sportartikel wie Golfbälle, Tennisbälle.
Druckverfahren Tampondruck
Das Druckklischee trägt in seiner Oberfläche das zu druckende, tiefer liegende Druckbild. Die Rakel drückt die Farbe in das tiefer liegende Druckbild und rakelt die überschüssige Farbe sauber ab. Zeitgleich mit dem Rakelvorgang bewegt sich ein Tampon aus Silikon-Kautschuk vom Druckgut zur Form. Der Tampon wird über das Klischee abgesenkt und übernimmt so das Druckbild. Der Tampondruck ist demnach ein indirektes Druckverfahren. Anschließend hebt der Tampon ab und fährt zum Bedruckstoff.
Dort senkt sich der Tampon und passt sich der Form an. Der Vorteil dieser Druckübertragung besteht in der Verformbarkeit des Tampons, durch den das Bedrucken von gewölbten Flächen (konvex, konkav oder unregelmäßig) möglich wird. Der Tampon nimmt aufgrund seiner Elastizität die Form des zu bedruckenden Körpers an und kann so ideal das Motiv auf den Bedruckstoff übertragen. Das Druckbild wird auf den Druckkörper übertragen. Die Farbübertragung auf den Bedruckstoff liegt auf Grund des Silikonöls im Tampon bei annähernd 100%
Anwendung Tampondruck
Der Tampon-Druck kann auf Grund seiner Anpassungsfähigkeit beim Druck auf alle erdenklichen Körper eingesetzt werden. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel das Bedrucken von Spritzen, Spielzeugen, CDs, Geschirr, Schraubverschlüssen, Feuerzeugen.
In der Werbemittelbranche und bei der Modelleisenbahn wird diese Drucktechnik besonders oft angewandt, da viele Werbeartikel und Schienenfahrzeugmodelle keine ebene Oberfläche aufweisen.
[Quelle: wikipedia]
Tampondruck - Theorie und Praxis (Fa. Pröll)
1. Einleitung
Der Tampondruck eröffnete neue Möglichkeiten, die mit herkömmlichen Druckverfahren
nicht, oder nur sehr umständlich zu verwirklichen und teuer waren. Er
ersetzt auch teilweise andere Dekorationsverfahren, wie z. B. Siebdruck, Etikettieren
oder Heißprägen.
Die Druckform des Tampondrucks ist eine geätzte Stahl- oder ausgewaschene
Fotopolymerplatte. Wie bei der Tiefdruckform liegen die druckenden Bildelemente
vertieft in der nicht druckenden Oberfläche. Beim Druckvorgang wird die Druckplatte
mit der Druckfarbe überzogen. Ein Rakel streicht die überschüssige Farbe
von der Oberfläche der Platte ab. Die restliche Druckfarbe verbleibt in den
Vertiefungen. Ein weich- elastischer Tampon überträgt die Farbe aus den Vertiefungen
der Druckform auf den Bedruckstoff.
Die Anwendungsgebiete des Tampondrucks sind zwischenzeitlich so umfangreich,
dass man täglich mit tamponbedruckten Gegenständen konfrontiert wird.
Typische Einsatzgebiete sind Werbeartikel wie z. B. Feuerzeuge, Schreibgeräte
aber auch Spielwaren sowie Gehäuse, Schalter, Tasten, Hebel und Knöpfe in der
Automobil- und Elektroindustrie.
2. Tampon
Der Tampon nimmt das Druckbild vom Klischee auf, transportiert den Farbfilm auf
das Druckgut und gibt ihn dort wieder ab. Dazu muss der Tampon so beschaffen
sein, dass er sich einerseits leicht verformen lässt, aber andererseits einen
verzugsfreien Übertrag des Druckbildes gewährleistet.
Drucktampons sind Silikonstempel, die in den unterschiedlichsten Formen,
Härten und Qualitäten hergestellt werden. Das Rohmaterial ist Silikonkautschuk.
2.1 Form
Alle Standard-Tamponformen weisen ein gemeinsames Merkmal auf: Sie sind an
der Druckoberfläche gewölbt und an den Seitenflächen zur Druckmitte hin
angeschrägt. Die Oberflächenwölbung beeinflusst die Farbübertragung, die
seitliche Anschrägung gibt dem Tampon die notwendige Stabilität, um
verzugfreie Drucke zu erhalten. Die Idealform liegt bei einem halbrunden, spitzen
Tampon. Dieser rollt sich nach allen Seiten gleich gut ab und vermeidet so
Lufteinschlüsse. Durch diese Abrollbewegung kann der Tampon die Farbe sehr
gut vom Klischee aufnehmen und auf dem zu bedruckenden Teil abgeben. Nicht
alle zu bedruckenden Gegenstände oder Druckbilder lassen jedoch die oben
beschriebene Idealform zu, so dass auch eckige oder längliche Formen eingesetzt
werden müssen. Bei den eckigen Formen sollte auch auf einen möglichst spitzen
Mittelpunkt geachtet werden, um ebenfalls eine gute Abrollbewegung zu
gewährleisten. Die länglichen Tampons sind vom Druckergebnis her meist
schlechter, da hier eine Abrollbewegung nach nur zwei Seiten stattfinden kann. 3
2.2 Größe
Um einen präzisen, verzugsfreien Druck zu erhalten, sollte der Tampon so groß
wie möglich ausgewählt werden. Je geringer der Tampon sich beim Druckvorgang
verformt, desto exakter ist das Druckbild. Insbesondere bei “Problemdrucken“,
bei denen Ecken genau im Winkel wiedergegeben werden sollen, muss der Tampon
größer als das eigentliche Druckbild sein. Der Nachteil des großen Tamponvolumens
liegt darin, dass ein sehr großer Tampon eine entsprechend große
Druckmaschine erfordert und ein großer Tampon eher durch die Maschinenbewegung
zum Vibrieren neigt als ein Tampon von geringerer Masse. Ferner liegt
der Preis erheblich höher, da die Tamponpreise hauptsächlich nach dem Materialgewicht
errechnet werden.
2.3 Härte
Tampons werden normalerweise in unterschiedlichen Härtegraden zwischen
2 und 18 Shore A angeboten. Aber auch Sonderhärten von 0 Shore A bis über 40
Shore A können zur Anwendung kommen. Dabei gilt: Je größer die Zahl, desto
härter der Tampon.
Die Härte beeinflusst vor allem die Druckbildqualität und die Lebensdauer. Ein
harter Tampon kann den Druck sehr gut wiedergeben und hat durch seine hohe
mechanische Festigkeit eine längere Lebensdauer. Oft kann diese Härte nicht ausgenutzt
werden, da der Tampon das Druckgut beschädigen würde. Ebenso muss
bei Teilen mit starken Wölbungen ein weicherer Tampon eingesetzt werden, da
sich dieser im Gegensatz zu einem sehr harten Tampon besser der Oberfläche
anpassen kann. Die Auswahl des Tampon-Härtegrades hängt natürlich auch mit
der Druckkraft der verwendeten Tampondruckmaschine zusammen. Bei
entsprechend großen, harten Tampons kommen viele Druckmaschinen schnell an
die Grenzen ihrer Leistung.
2.4 Qualität
Grundsätzlich gibt es beim Silikonmaterial zwei unterschiedliche Systeme:
kondensationsvernetzender und additionsvernetzender Kautschuk.
Mechanische Eigenschaften wie z. B. die Weiterreißfestigkeit oder auch die
Quellbeständigkeit gegenüber Lösungsmitteln sind bei additionsvernetzenden
Materialien besser als bei kondensationsvernetzenden Systemen. Allerdings sind
die Rohstoffe in der Beschaffung teuerer. Die Oberflächenbeschaffenheit des Tampons
ist mit entscheidend für die Druckqualität. Kleinste Verunreinigungen oder
Lufteinschlüsse durch Fehler bei der Herstellung führen zu einem unsauberen
Druckbild. Neue Tampons neigen zunächst dazu die Farbe vom Klischee schlecht
aufzunehmen. Einige Drucke auf Papier, oder kurzes Reinigen mit Alkohol oder
Spiritus beheben diese Unzulänglichkeit. Reinigt man den Tampon mit aggressiven
Mitteln wie z. B. Farbverdünner, so kann dies zu einer etwas schlechteren
Farbübertragung führen. Ist ein Tampon nach einiger Zeit “eingelaufen“, emp- 4
fiehlt es sich, den Tampon nur noch mit Klebeband abzutupfen, um ihn von Staub
zu befreien.
2.5 Lebensdauer
Im Normalfall können mit einem Tampon ca. 50.000 bis 100.000 Drucke erzielt
werden. Dies ist jedoch abhängig von den Anforderungen an die Druckqualität
und der Art der verwendeten Druckfarben. Bei Einkomponentenfarben ist die
Lebensdauer meist länger, bei Zweikomponentenfarben kürzer. Aber auch Form,
Größe und Härte des Tampons sowie die Form des Druckgutes beeinflussen die
Tamponlebensdauer. Bei sehr scharfkantigen Ecken oder sehr starker Wölbung
des zu bedruckenden Teiles kann der Tampon schon nach ca. 1.000 bis 5.000 Drucken
mechanisch beschädigt sein.
Die Lebensdauer eines Tampons kann durch schonende Reinigung und durch
Behandlung mit Silikonöl deutlich verlängert werden.
3. Klischee
Das Klischee ist der Träger des Druckmotivs. Je nach gewünschter Druckqualität
und Auflagenhöhe werden verschiedene Klischeearten eingesetzt.
Im Klischee ist das Druckbild vertieft eingeätzt oder ausgewaschen. Für problemloses
Einrichten und Drucken sollte der Abstand des Druckbildes zur Außenkante
mindestens 25 mm betragen. Dabei sollte das Druckbild immer in der Plattenmitte
liegen. Bei langen oder feinen Strichen muss das Druckbild um ca. 5° bis 15°
schräg zum Rakelweg verlaufen, damit das Rakelmesser nicht zu tief eintaucht
und dadurch zuviel Farbe herauszieht. In zahlreichen Versuchen hat sich gezeigt,
dass sich eine Ätztiefe von ca. 25 μm für das Tampondruckverfahren am besten
eignet. Da der DruckTampon nur eine begrenzte Farbmenge übertragen kann, ist
eine größere Tiefe nicht sinnvoll. Bei einer Ätztiefe von 25 μm nimmt der Tampon
nur etwa 12 μm Farbfilm ab. Der Rest verbleibt in der Vertiefung des Klischees. Da
der Farbfilm zu etwa 40 % 60 % aus Verdünner besteht, der während des Übertragens
und beim Trocknen auf dem Druckgut verdunstet, verbleiben effektiv etwa
8 μm 5 μm, in manchen Fällen lediglich 2 μm Farbschichtstärke auf dem
Druckgut. Abweichend von obiger Angabe werden sehr feine Schriften ca. 15 μm,
sehr großflächige Motive bis zu 30 μm geätzt. Bei sehr großen Flächen kann das
Eintauchen des Rakelmessers durch Einätzen eines Rasters vermieden werden.
3.1 Bandstahlklischee
Hierbei handelt es sich um 0,5 mm starken Federbandstahl mit einer feinen Oberfläche
und einer Härte von ca. 48 bis 54 Rockwell. In der Druckmaschine wird der
Bandstahl mittels einer Metallplatte im Farbbecken gehalten.
5
Der Vorteil des Bandstahlklischees gegenüber dem Kunststoffklischee liegt darin,
dass hier innerhalb desselben Klischees sowohl mit als auch ohne Raster gearbeitet
werden kann. Ebenso sind Stufenätzungen möglich, d. h. bestimmte Teile
des Druckbildes können flacher oder tiefer geätzt werden. Die Auflagenhöhe hängt
von der Maschinenart und -einstellung ab, da das Bandstahlklischee eine etwas
geringere Härte als das Rakelmesser hat. In der Praxis werden Standzeiten zwischen
20.000 bis 100.000 Drucken erzielt.
3.2 Stahlklischee
Dieses klassische Klischee wird aus einem hochwertigen, abriebfesten Spezialstahl
hergestellt. Einsatzgebiet ist vor allem der industrielle Bereich. Stahlklischees
eignen sich ganz besonders für sehr hohe Druckauflagen und für
geschlossene Farbsysteme. Die Qualität dieser Klischees ist unerreicht. Dies
ergibt sich aus den Merkmalen wie absolute Konturenschärfe, mehrstufige
Ätzungen, Verwendung von Rastern aller Art, sehr feine Oberfläche sowie geringe
mechanische Verletzbarkeit und extrem hohe Auflagenbeständigkeit. Die Auflagenhöhe
dieser Klischees liegt bei mind. 1.000.000 Rakelungen.
3.3 Chromklischee
Bei dem Chromklischee handelt es sich um eine Messingfolie mit einer Hartchromauflage,
die photobeschichtet ist. In der Druckmaschine kann das Chromklischee
nur mit Vakuumplatte oder Doppelklebeband eingesetzt werden. Die Herstellung
ist relativ aufwendig und es fallen Stoffe an, die entsorgt werden müssen.
Die Vorteile des Chromklischees liegen in der relativ hohen Auflagenbeständigkeit
mit ca. 100.000 Rakelungen, sowie in möglichen Stufenätzungen.
3.4 Kunststoffklischee
Kunststoffklischees bestehen aus einer UV-lichtempfindlichen Kunststoffschicht,
die im Allgemeinen mittels einer Haftschicht auf einer Metallträgerplatte befestigt
ist. Bei den Kunststoffklischees gibt es sowohl Ein- als auch Zweischicht-Material.
Beim Zweischicht-Material wird grundsätzlich die oberste Schicht von ca. 25 μm
beim Entwickeln abgetragen. Dieses Klischee eignet sich nicht für Rastermotive.
Die Entwicklung des Einschicht-Materials erfolgt in einer bis zu 400 μm tiefen
Schicht. Die Tiefe wird durch die Verwendung eines Rasters und die Belichtungszeit
gesteuert. Die Auflagenbeständigkeit liegt in der Größenordnung von
mehreren zehntausend Rakelbewegungen, bei optimalen Bedingungen sind
100.000 Drucke erreichbar.
Anwendungsgebiete dieser Klischees sind hauptsächlich Andrucke, Vorserien
oder kleinere Auflagen.
6
3.5 Sonstige Klischeearten
Im Tampondruck werden noch zwei weitere Klischeearten eingesetzt. Für Rotationstampondruckmaschinen
werden Stahlwalzen benötigt. Da teilweise um 360°
bedruckt wird, ist die Filmmontage und Herstellung der Walzen sehr aufwendig.
Ebenso sind spezielle Ätzanlagen notwendig.
In vielen industriellen Fertigungsbereichen kommen häufig wechselnde Codierungen
wie z. B. Fertigungsdatum, Chargen-Nummern, Modell-Nummern etc. vor.
Um ständige Neuanfertigungen von Klischees und deren Auswechslung in der
Produktion zu vermeiden, empfiehlt es sich, Codierklischees bzw. Codierstäbe
einzusetzen. Diese Klischees haben die gleiche Stärke wie Stahlklischees, sind
jedoch an den beiden Längsseiten geschliffen. Dadurch liegen die Stäbe sehr eng
aneinander und können im Farbbecken gegeneinander verschoben werden.
Durch das Verschieben können beliebige Zahlen- und Buchstabenkombinationen
gedruckt werden, ohne dass die laufende Produktion lange unterbrochen werden
muss.
4. Tampondruckfarben
Um eine optimale Druckqualität zu erhalten, müssen spezielle Tampondruckfarben
eingesetzt werden. Diese Farben weisen eine sehr hohe Pigmentierung auf,
da im Tampondruckverfahren nur eine sehr geringe Farbmenge übertragen wird.
Die Farbe soll möglichst folgende Eigenschaften haben:
- Einfache Verarbeitung
- Lange Topfzeit im Farbbecken
- Gesundheitlich unbedenklich
- Umweltverträglich
- Leicht zu reinigen
- Haftung auf allen Teilen und Materialien möglichst ohne Vor- oder Nachbehandlung
- Ein Farbsystem für möglichst alle Bedruckstoffe
Je nach Anwendungsbereich des Bedruckstoffes sind die Anforderungen an die
Farbe sehr unterschiedlich. Bei einer reinen Kennzeichnung werden nur geringe,
bei einer Dekoration sehr hohe Ansprüche gestellt.
4.1 Aufbau
Farben bestehen aus Bindemitteln, Pigmenten, Füllstoffen, Lösemitteln und Additiven.
Daraus ergeben sich die speziellen Eigenschaften der einzelnen Farbsysteme.
Das Bindemittel einer Tampondruckfarbe besteht aus einem oder mehreren
Harzen. Da die Harze in der Regel in Granulat- oder Pulverform vorliegen, müssen
diese in einem geeigneten Lösemittel (-gemisch) gelöst werden. Die Auswahl und
Kombination der Harze entscheiden über das spätere Einsatzgebiet und die 7
Eigenschaften der Farbe, z. B. Haftung auf verschiedenen Bedruckstoffen, den
Glanzgrad und die Beständigkeit gegen Chemikalien.
Die Lösemittel unterscheiden sich vor allem in ihrer Verdunstungsgeschwindigkeit
und ihrem Lösungsvermögen. Die Kombination der Lösemittel in
einer Tampondruckfarbe bestimmen das Trocknungsverhalten und damit auch die
Druckgeschwindigkeit sowie die Farbhaftung auf anlösbaren Bedruckstoffen.
Lösemittel unterteilt man in Verdünner und Verzögerer. Verzögerer haben im Tampondruck
fast keine Bedeutung, da die Druckfolge meist sehr schnell ist. Lediglich
bei langsamer Druckfolge und der Verwendung sehr schnell trocknender Farbsysteme
wie KS-U sind Verzögerer notwendig. Ein zu langsam verdunstender
Verzögerer kann das Druckergebnis negativ beeinflussen. Die Verdünner bestehen
aus Lösemitteln, wie sie bereits in den entsprechenden Farbsystemen enthalten
sind. Mit der Farbe im richtigen Verhältnis gemischt, ergeben sie die gewünschte
Viskosität, eine der Grundvoraussetzungen um Farben zu übertragen. Damit nämlich
der Tampon die Farbe übertragen kann, ist es notwendig, dass ein Teil des
Verdünners bereits beim Übertragen verdunstet und so auf dem Tampon ein klebriger
Farbfilm entsteht.
Die Pigmente in einer Tampondruckfarbe geben der Farbe den Farbton und bestimmen
die Deckkraft. Man unterscheidet zwischen organischen und anorganischen
Pigmenten. Schwermetallhaltige Pigmente werden nicht mehr verwendet.
Additive sind Zusatzstoffe, die meist nur in kleinen Mengen eingesetzt werden.
Ihre Wirkung dient zur Feinabstimmung der Farbeigenschaften, wie etwa des
Farbverlaufs, der Viskosität oder auch der Oberflächenbeschaffenheit. Es handelt
sich hierbei z. B. um Verlaufmittel, Verdickungsmittel oder Wachse.
4.2 Farbeigenschaften
An den fertigen Druck, egal auf welches Material, werden die unterschiedlichsten
Anforderungen gestellt:
- Das Druckbild soll matt, seidenglänzend, glänzend oder hochglänzend sein.
- Die Farbe soll chemikalienbeständig, spülmaschinenfest, UV-beständig,
kratzfest, salzwasser-beständig oder speichel- und schweißfest sein.
- Der Druck soll deckend oder lasierend sein.
Diese Vielzahl sich teilweise widersprechender Eigenschaften zeigt, dass unterschiedliche
Farbtypen unbedingt notwendig sind.
4.3 Farbsysteme
Tampondruckfarben lassen sich aufgrund ihrer Trocknungsart einteilen in:
- Physikalisch trocknende Farben (Einkomponentenfarben)
- Chemisch härtende Farben (Zweikomponentenfarben)
- Einbrennfarben
- UV-härtende Farben
8
4.4 Lösemittelbasierte Farben
Die Einkomponentenfarben werden mit einem Verdünner auf die gewünschte
Viskosität eingestellt. Sie trocknen durch den physikalischen Vorgang der
Verdunstung der enthaltenen Lösemittel. Gleichzeitig wird bei thermoplastischen
Untergründen wie z. B. Polystyrol, Polycarbonat und PVC der Untergrund
angelöst. Durch dieses “Anlösen“ der Substratoberfläche entsteht ein direkter
Verbund zwischen Farbe und Bedruckstoff. Eine hohe Katzfestigkeit und gute
Farbhaftung sind hier meist kein Problem.
Die Zweikomponentenfarbsysteme weisen eine sehr hohe Chemikalienbeständigkeit
mit guter Haft- und Kratzfestigkeit speziell auf schwierigen
Untergründen auf. Der Farbe muss ein Härter zugegeben werden, der mit dem
Bindemittel chemisch reagiert. Hierbei ist zu beachten, dass der Härter im richtigen
Mischungsverhältnis zugegeben wird. Die Zugabe soll kurz vor dem Druck
erfolgen, da die Farbe nach der Härterzugabe nur eine begrenzte Zeit verarbeitbar
ist. Die vollständige Aushärtung und Haftung dieser Farbsysteme ist von der
Umgebungstemperatur abhängig und wird bei Raumtemperatur (ca. 20 °C) meist
erst nach einigen Tagen erreicht. Sehr oft wird hier der Fehler begangen, dass
Haftungs- und Kratztests viel zu frühzeitig vorgenommen werden. Ein Blick in die
jeweiligen Technischen Mitteilungen von Pröll ist unerlässlich.
Einbrennfarben weisen vergleichbare Eigenschaften wie Zweikomponentenfarben
auf. Bei der chemischen Reaktion dieser Farbsysteme handelt es sich um eine
Vernetzung des Bindemittels, die nicht bei Raumtemperatur, sondern nur unter
Einwirkung hoher Temperaturen stattfindet.
Oxidativ trocknende Farben härten durch Reaktion mit Luftsauerstoff. Dieser
Prozess läuft relativ langsam ab, der Endzustand wird bei Raumtemperatur nach
einigen Tagen erreicht.
4.5 UV-härtende Farben
Der Farbübertrag im Tampondruck basiert normalerweise auf Lösemittelverdunstung
der Tampondruckfarbe. Der Farbfilm wird hierdurch an seiner Oberfläche
klebrig wodurch das Adhäsionsverhalten der Farbe verändert wird. Die Farbe soll
als Film übertragen werden, um optimale Ergebnisse hinsichtlich der Deckkraft
und der Randschärfe zu erzielen. Diese Farbübertragung widerspricht der UVTechnologie.
Durch das Fehlen der Lösemittel in den UV-Farben verändert sich die
Farbfilmoberfläche nicht. Die Übertragung findet im “nassen Zustand“ statt, so
dass der Farbtransfer erschwert wird.
Einsatzgebiet der UV-härtenden Farben ist vor allem der industrielle Tampondruck
bei hohen Stückzahlen der zu bedruckenden Teile.
Vorteile der UV-Farben sind:
- Kein Eintrocknen der Farbe auf dem bzw. im Klischee
- Hohe Produktionssicherheit bei immer gleichbleibender Qualität der Druckfarbe 9
- Abnutzung der Klischees oder Rakelsysteme weitaus geringer gegenüber
Lösemittelfarben
- Sofortige Trocknung durch das UV-Licht -> Teile sind sofort weiterverarbeitbar
- Keine Lösemittelemission
Demgegenüber stehen folgende Nachteile:
- Die Deckkraft der Farbe ist begrenzt und abhängig von der zur Verfügung
stehenden UV-Trockner-Leistung.
- Rakelschatten werden teilweise vom Tampon mit übertragen.
- Tamponreinigung über Klebebänder nur bedingt möglich, da die Farbe am
Tampon keine Klebkraft wie z. B. konventionelle Farben entwickelt.
- Die Übertragungsgenauigkeit der UV-Farbe für hohe Ansprüche an das Druckbild
erreicht die Qualität von Lösemittelfarben nicht.
4.6 Wasserbasierte Farben
Im Tampondruckverfahren hat sich der Einsatz von wasserbasierten Farben nicht
durchgesetzt, da die Druckfolge nur sehr langsam erfolgen kann. Der Einsatz von
Wasser als Lösemittel kann die notwendigen Eigenschaften der schnellen Trocknung,
Klebrigkeit und Farbhaftung nicht erzielen, da Wasser z. B. wesentlich
langsamer verdunstet als die üblichen Verdünner.
4.7 Verarbeitung
Durch Zugabe von Verdünner und evtl. Härter wird die Farbe druckfertig eingestellt.
Da bei den meist geringen Farbmengen, die zur Füllung der Farbbecken
oder Farbtöpfe nötig sind, bereits einige Gramm eine erhebliche Abweichung
darstellen, müssen die einzelnen Komponenten sorgfältig eingewogen werden.
Aber selbst wenn die Farbe druckfertig eingestellt ist, sind u. U. weitere Maßnahmen
zu ergreifen, um den Druck überhaupt erst zu ermöglichen. Denn einige
Bedruckstoffe wie z. B. bestimmte Kunststoffe lassen sich nur nach einer Vorbehandlung
bedrucken, bzw. benötigen zum Erzielen der Farbhaftung eine Nachbehandlung.
Bedruckstoffe, die mit einem Ölfilm oder mit Silikon verunreinigt sind, können
ohne Vorreinigung nicht bedruckt werden. Manche Teile sind so empfindlich, dass
selbst Fingerschweiß das Druckergebnis bzw. die Farbhaftung negativ beeinflusst.
Die einfachste Methode, die Bedruckstoffe zu reinigen, ist hier das Abwischen mit
Alkohol.
Für Kunststoffe wie Polypropylen oder Polyethylen kann eine Vorbehandlung
beispielsweise durch Corona oder Beflammen erfolgen. Corona-Geräte arbeiten
mit Hochfrequenz Hochspannungsentladung im Bereich bis 20.000 Volt. Beflammungsanlagen
erzeugen eine offene Flamme über dem Druckgut, deren Stärke
und Einwirkungsdauer regulierbar ist. Die Wirkungsweise ist bei beiden Geräten
gleich; es wird jeweils die Oberflächenspannung erhöht, um eine Verankerung
der Farbe zu ermöglichen. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung 10
mit Primern. Für Polypropylen werden auch Farbsysteme angeboten, bei denen
eine Vorbehandlung nicht erforderlich ist.
Bei manchen Kunststoffen treten zeitweise sehr starke elektrostatische Aufladungen
auf, die sich beim Drucken als Staubeinschlüsse oder durch einen ausgefransten
Rand des Druckbildes bemerkbar machen. Durch den Einsatz von Ionisationsgeräten
können diese Symptome weitgehend vermieden werden.
Bei hoher Taktzahl, bei Mehrfarben-Drucken, bei Teilen, die die Farbe schlecht
aufnehmen und bei langsam trocknenden Farben kann zur Unterstützung einer
schnelleren Trocknung ein Kalt- oder Warmluftgebläse eingesetzt werden. Dabei
kann der Tampon auf dem Weg nach vorn und in der vorderen Position angeblasen
werden. Oder aber die zu bedruckenden Teile werden angeblasen, damit
der Farbfilm schneller trocknet. Es muss aber darauf geachtet werden, dass das
Gebläse nicht direkt über dem Farbbecken installiert wird, da sonst der Verdünner
zu schnell verdunstet und sehr häufig nachverdünnt werden muss. Bei schwierig
zu bedruckenden Materialien kann durch eine Nachbehandlung mit Heißluft eine
verbesserte Farbhaftung erzielt werden. Manche Materialien können nur mit einer
Heißluft-Nachbehandlung bzw. Flammtrocknung dauerhaft bedruckt werden. Die
Temperatur und Dauer der Nachbehandlung ist den Technischen Mitteilungen von
Pröll zu entnehmen.
5. Tampondruckmaschinen
Tampondruckmaschinen gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Ausführungen
und Antriebsarten. Allen Maschinen gemeinsam ist das Vorhandensein
von Drucktampon, Klischee und Farbsystem. Unterschiede werden bei der räumlichen
Anordnung der Bauteile und bei den Bewegungsabläufen sichtbar. In der
Praxis werden dabei an die Maschinen folgende Anforderungen gestellt:
- Ein- bis Fünffarbdrucke
- Manuelles Bedrucken bis vollautomatische Systemlösung mit vor- und
nachgelagerter Bearbeitung
- Hand-, Tisch-, Ständer- und Einbaumaschine
- Schnellläufer
- Produktbezogene Ausführungen und Universalmaschinen
- Flache, Halbrund- und Rundum-Bedruckung
- Offene und geschlossene Farbgebersysteme
5.1 Maschinentypen
All diese verschiedenen Anforderungen können nur mit unterschiedlichen
Maschinentypen erfüllt werden.
11
5.1.1 Tischmaschinen
Diese Modelle sind die am häufigsten verwendeten Maschinen, da sie sehr
universell eingesetzt werden können. Sie bestehen aus einer kompletten Druckmaschine,
die für kleine bis mittlere Druckbilder und Produkte geeignet ist.
Tischmaschinen können auf Werkbänken gestellt, an Fertigungsstraßen angebaut
oder aber an wechselnden Arbeitsplätzen eingesetzt werden.
5.1.2 Ständermaschinen
Ständermaschinen bestehen aus einer kompletten Druckmaschine mit integriertem
oder angebautem Maschinenfuß. Die Druckmaschine bildet dadurch eine
selbständige Einheit bzw. einen selbständigen Arbeitsplatz. Diese Maschinenart
ist meist mit einem großen, höhenverstellbaren Kreuztisch zur Aufnahme
größerer Produkte kombinierbar.
5.1.3 Einbaumaschinen
Diese kleinen und kompakten Maschinen sind speziell für den Einbau in Fertigungsstraßen
konzipiert und werden im Regelfall fremdgesteuert. Die Ausrichtung
der Maschine muss hier nach dem Produkt erfolgen, so dass diese Maschine
selbst auf einen Kreuztisch gestellt und komplett in die erforderliche Position
gebracht werden kann. Viele dieser Maschinen sind auch mit einer sogenannten
Kippkopf-Einrichtung versehen. Weiterhin muss sich diese Maschinenart ausschließlich
an der Bandgeschwindigkeit orientieren, so dass hier sehr unterschiedliche
Druckgeschwindigkeiten gefordert werden.
5.1.4 Universalmaschinen
Dieser Maschinentyp wird den meisten Anwendungsfällen gerecht. Unterschiede
werden bei der technischen Gestaltung einzelner Baugruppen wie z. B. feststehendes
(Tampon bewegt sich auf/ab und vor/zurück) oder bewegliches Farbbecken
(Tampon bewegt sich auf/ab, Farbbecken fährt vor und zurück) sichtbar.
5.1.5 Kippkopfmaschinen
Sie wenden den Tampon nach der Farbaufnahme um 90° oder in jedem beliebigen
Winkel, so dass der Druck nicht vertikal nach unten, sondern schräg oder auch
horizontal nach vorne erfolgt.
5.1.6 Runddruck-Maschine
Bei vielen Teilen ist eine Rundumbedruckung erwünscht. Diese kann mit einer
Standardtisch- oder Ständermaschine erzielt werden, bei der ein länglicher Tam- 12
pon den Farbfilm aus einem herkömmlichen flachen Klischee aufnimmt. Der Tampon
bleibt in der vorderen Position unten stehen, während dann das zu bedruckende
Teil auf einem speziellen Verschiebetisch unter dem Tampon abrollt.
Der Vorteil dieser Maschine liegt im günstigen Preis, bedingt dadurch, dass ein
Standardtisch nur mit einer Zusatzeinrichtung versehen werden muss. Von
Nachteil ist, dass dieses System nur für kleinere Durchmesser und auch nicht für
die Automation geeignet ist. Bei hohen Stückzahlen ist der Runddruck
unwirtschaftlich.
5.1.7 Rotations-Tampondruckmaschine
Die zweite Möglichkeit für eine Rundumbedruckung stellen Rotations-Tampondruckmaschinen
dar. Klischee und Tampon sind hierbei zylindrisch. Die Klischeewalze
taucht in die Farbwanne ein und wird durch eine feststehende Einheit
abgerakelt. Eine gegenläufige Silikonwalze übernimmt die Farbe und überträgt
diese auf den zu bedruckenden Gegenstand.
Vorteile sind hier die sehr hohe Laufgeschwindigkeit und die Möglichkeit, auch
flache Teile mit hoher Geschwindigkeit und damit in großen Stückzahlen zu
bedrucken. Außerdem kann in einem Arbeitsgang mehrfarbig bedruckt werden.
Nachteilig sind der hohe Investitionsaufwand für die Maschine und die begrenzten
Einsatzmöglichkeiten.
5.1.8 Karussellmaschine
Hierbei handelt es sich um eine eigenständige Maschinenart. Die Tampons sind
auf einer kreisförmigen Halterung angebracht, die sich über den einzelnen, ebenfalls
kreisförmig angeordneten Klischeeplatten dreht. Bei der Abwärtsbewegung
aller Tampons holt ein Tampon die Farbe aus dem Klischee, gleichzeitig gibt ein
zweiter Tampon die Farbe ab und ein dritter Tampon wird mittels Klebeband gereinigt.
Karussellmaschinen sind geeignet für kleine und mittlere Druckauflagen.
5.2 Antriebskonzepte
Für die Druckmaschinen stehen verschiedene Antriebskonzepte wie pneumatisch,
elektromechanisch, hydraulisch sowie servopneumatisch zur Verfügung.
Der pneumatische Antrieb ist die am häufigsten eingesetzte Antriebsart aus drei
Gründen:
- Der Bewegungsablauf ist prädestiniert für die Ausführung über Zylinder
(auf/ab, vor/zurück).
- Die einfache Bauweise macht die Maschine übersichtlich und sie ist leicht zu
warten.
- Die Herstellung ist kostengünstig, da auf vorhandene Standardbauelemente
(Zylinder) zurückgegriffen werden kann. 13
Der elektromechanische Antrieb wird hauptsächlich bei Modellen kleiner und
mittlerer Größe angeboten und zeichnet sich durch einen besonders ruhigen
Maschinenlauf aus. Durch die relativ aufwendige Technik sind elektromechanische
Tampondruckmaschinen teuerer und weniger bedienungsfreundlich als
pneumatische Maschinen.
Der hydraulische Antrieb kommt ausschließlich bei wenigen, sehr großen Modellen
vor. Die hier benötigte, sehr hohe Druckkraft kann nur über einen hydraulischen
Antrieb erzielt werden. Hydraulische Maschinen sind teuerer als solche mit
pneumatischem und elektromechanischem Antrieb.
Ein neueres Antriebskonzept ist die Kombination von herkömmlicher Technik mit
servopneumatischem Antrieb für Tamponbewegungen. Dieses Konzept
ermöglicht hohe Druckgeschwindigkeiten bei gleichzeitig sehr hoher Genauigkeit.
Servopneumatische Maschinen werden voll elektronisch gesteuert und sind frei
programmierbar. Eingesetzt werden sie bisher nur bei mehrfarbigen Drucken, da
sie die Möglichkeit bieten, innerhalb eines Druckzyklus jede Farbe beliebig oft zu
drucken. Dem gegenüber stehen immens hohe Anschaffungskosten.
5.3 Zusatzeinrichtungen
Die meisten der oben aufgeführten Maschinen können mit Zusatzeinrichtungen
wie etwa Rundschalt-, Carree- und Verschiebetischen sowie Linearbändern kombiniert
werden. Die meisten Zusatzeinrichtungen eignen sich zum Anbau von
automatischen Zuführ- und Auswurfstationen. Ebenso können Artikel mehrseitig
bedruckt werden, da zwischen den einzelnen Stationen Wendeeinheiten angebracht
werden können.
5.4 Offene und geschlossene Farbgebersysteme
In den Details der bei allen Maschinen notwendigen Grundkomponenten gibt es
wiederum eine große Anzahl unterschiedlicher Lösungen, wie beispielsweise zur
Aufnahme des Klischees und der Farbbecken.
Beim offenen Farbbecken liegt das Klischee in einer Vertiefung des Farbbeckens
und wird seitlich von vier Schrauben gehalten. Dadurch können nur der
Farbbeckengröße angepasste Klischeegrößen verwendet werden. Ebenso sollten
die Klischees gleichbleibende Höhenmaße haben, damit Rakelmesser und Farbbürste
bzw. spachtel nicht verstellt werden müssen. Da sich die Farbe auch
seitlich um das Klischee verteilt, ist eine relativ große Farbmenge zur Befüllung
erforderlich. Vorteilhaft ist, dass nahezu die gesamte Klischeeoberfläche für den
Druck genutzt werden kann. Kunststoff- oder Bandstahlklischees sind hier nur
sehr schlecht einzuspannen.
Bei offenen Systemen, die ein Klemmfarbbecken verwenden, wird das Klischee
vorne oder seitlich in das Farbbecken eingeschoben und von unten gegen zwei
Klemmleisten gedrückt. Die Farbe wird in den hinteren Teil eingefüllt. Die Vorteile 14
des Klemmfarbbeckens gegenüber dem stationären System liegt z. B. im geringeren
Farbverbrauch, einem schnelleren Klischeewechsel und einem geringeren
Reinigungsaufwand. Kunststoff- oder Bandstahlklischees können sehr einfach mit
einer Adapter- oder Magnetplatte eingeklemmt werden. Bei Farbbecken mit
seitlicher Öffnung können auch längere Klischees mit mehreren Motiven
durchgeschoben werden. Ein Motivwechsel ist dadurch sehr schnell möglich.
Ebenso ermöglicht diese Farbbeckenart den Einsatz von Codierstäben. Bei Mehrfarbenmaschinen
wird durch diese Farbbecken der Einrichtaufwand erheblich verringert,
da nur ein Klischee mit allen Farben durchgeschoben wird.
Bei geschlossenen Farbgebersystemen mit Farbtopf ist die Druckfarbe in
einem Farbbehälter, der auch die Rakelfunktion übernimmt. Eine Farbwanne entfällt.
Das Klischee muss dafür etwas größer sein, da der Farb-/Rakel-Topf eine
Parkposition benötigt. Vorteile der geschlossenen Systeme sind z. B. der Wegfall
von Geruchsbelästigungen durch Lösemittel, außerdem eine fast hundertprozentige
Produktionssicherheit über einen längeren Zeitraum, da die Farbe
nicht mehr eintrocknen kann. Der Druck ist sowohl nach kurzen wie auch nach
längeren Standzeiten in gleichbleibender Qualität möglich. Von Nachteil ist der
höhere Preis der Farbtöpfe gegenüber dem Rakelmesser.
Neben Unterschieden bei den Klischees und Farbbecken gibt es noch Variationsmöglichkeiten
bei Rakelmessern (z. B. Stahl oder Keramik) und Farbgebersystemen
(z. B. Farbbürsten, -spachtel und walzen sowie pumpen). Geschwindigkeitsregelung,
Tamponhubeinstellung, Gebläse (Heißluft), Corona- und Beflammungsanlagen,
Ionisations- und Absauganlagen stellen weitere Möglichkeiten
der Maschinenausstattung dar und erweitern die Einsatzgebiete.
5.5 Einrichten der Maschine
Voraussetzung für ein gutes Druckergebnis ist, dass Film, Klischee, Tampon und
Farbe richtig ausgewählt werden. Müssen hier bereits Kompromisse, z. B. bei der
Tamponform oder -härte, der geeigneten Farbe sowie dem passenden Verdünner
gemacht werden, ist kein optimales Ergebnis mehr möglich. All diese Punkte gelten
unabhängig vom verwendeten Maschinentyp. Ferner beeinflussen Umstände
wie Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit das Druckergebnis.
Es gibt einige Hilfen, die das Einrichten einer Tampondruckmaschine erleichtern.
5.5.1 Tampon
Um den geeigneten Tampon auszuwählen, kann der Positivfilm mittels einer stabilen
Glasplatte auf den Tampon gedrückt werden. Dadurch wird auf einfache Weise
ersichtlich, wie stark der Tampon gequetscht werden muss. Um den Tampon in der
Maschine auf das Druckbild einzurichten, empfiehlt es sich, das Klischee kurz
anzuhauchen oder mit Alkohol zu reinigen, um so den Abdruck des Tampons auf
dem Klischee zu sehen. Dabei kann auch gleich der Stand des Tampons korrigiert
werden. 15
Wenn der Tampon etwas zu groß ist, kann er mit einem scharfen Messer auf das
passende Maß geschnitten werden. Das erspart u. U. die Anfertigung eines teuren
Sondertampons. Beim Schneiden muss beachtet werden, dass die seitlichen
Abschrägungen ungefähr eingehalten werden, um die Stabilität und somit die
Druckqualität nicht zu stark zu reduzieren.
Werden mehrere, auseinander liegende Motive gedruckt, so können mehrere Tampons
auf ein gemeinsames Holzbrett geklebt werden. Dadurch kann ein besseres
Druckergebnis erzielt werden, als wenn ein sehr großer Tampon eingesetzt wird.
Die Positionierung des Tampons kann bei Teilen, die stark gewölbt sind, eine erhebliche
Verzerrung des Druckbildes hervorrufen. Durch mehrmaliges X-Y-Verschieben
des Tampons in der Maschine kann hier oft die Verzerrung gemildert oder
behoben werden.
Auch sollte darauf geachtet werden, dass der Tampon sowohl auf dem Klischee als
auch auf dem zu bedruckenden Teil immer nur minimal aufsetzt. Ein Überdrücken
des Tampons kann zu Verzerrungen und zu einem schnelleren Verschleiß führen
sowie eine schlechtere Farbübertragung bewirken.
5.5.2 Klischee
Jedes Klischee sollte vor dem Einsatz in der Maschine mit einer Lupe auf sichtbare
Fehlerstellen überprüft werden. Sind sichtbare Fehler in dem Bereich, wo der
Tampon aufsetzt, so wird der Fehler unweigerlich auf den Bedruckstoff übertragen.
Hier empfiehlt es sich, das Klischee zu ersetzen.
5.5.3 Farbe
Am besten wird die gesamte Farbmenge, die innerhalb eines Tages verbraucht
wird, in einem verschließbaren Gefäß angerührt. Die meist geringen Mengen sollten
nie direkt aus der Dose in den Mischbecher geschüttet werden, da sehr leicht
zuviel herausläuft. Am besten eignen sich Farbspatel, mit denen das gewünschte,
abzuwiegende Quantum aus dem Originalgebinde herausgenommen wird. Die
erforderliche Verdünnerzugabe variiert je nach Farbsystem und kann auch von
Farbton zu Farbton unterschiedlich sein. Die Mischung muss unbedingt gut
durchgerührt sein, ehe sie in das Farbbecken oder in den Farbtopf gegeben wird,
sonst kommt es im Farbbecken zu Überschichtungen von Farbe und Verdünner.
Das Farbbecken wird zu ca. 80 % gefüllt, damit sich im vorderen Bereich keine
Farbe aufbaut und nach dem Abrakeln vom Farbbeckenrand auf das Druckmotiv
zurückläuft.
5.5.4 Druckmaschine
Sehr hilfreich ist ein X-Y-Kreuztisch, damit das zu bedruckende Teil darauf schnell
und präzise eingepasst werden kann. Die Druckposition kann am einfachsten mit 16
einer durchsichtigen Folie, die über das Druckgut gelegt wird, korrigiert werden.
Hilfreich sind auch verstellbare Farbbecken, wenn das Druckbild auf dem Klischee
im Winkel verstellt werden muss.
6. Stärken und Alleinstellungsmerkmale des Tampondrucks
Nachfolgend sind die Stärken und Alleinstellungsmerkmale des Tampondrucks
gegenüber anderen Druckverfahren aufgeführt:
Stärken des Tampondrucks gegenüber anderen Drucktechniken:
- Bedruckstoffvielfalt
- Hohlkörper-Bedruckung
- Als indirektes Tiefdruckverfahren die Fähigkeit, feine Sujets zu drucken
- Hohe Beständigkeit der Druckfarbe
- Einfaches Handling und geringe Wartung
- Mehrfarbdrucke Nass in Nass
- Kurze Umrüstzeiten, besonders geeignet für Kleinauflagen
- Geringe Drucklaufvorkosten
- Relativ geringer Platzbedarf
- Geringe Trocknungskosten
- Hohe Druckgeschwindigkeit im rotativen System
- Integration in komplexe Systeme: Inline in Fertigungs- und Montage-Straßen
- Reduzierte Farbpflege in geschlossenen Systemen, z. B. Viskositätsbeständigkeit
- Einsatz verschiedener Druckmedien, z. B. Lacke, Kleber, Pasten, Druckfarben
- Exakte Farbtonnachstellung
Alleinstellungsmerkmale des Tampondrucks gegenüber anderen Drucktechniken:
- Bedruckung nahezu unabhängig von der Form, z. B. konkave, konvexe,
gekrümmte Teile
- Bedruckung unterschiedlicher Oberflächenstrukturen, wie z. B. genarbte
oder strukturierte Flächen
- Möglichkeit des Hineindruckens in Vertiefungen
- Mechanisch empfindliche Produkte können bedruckt werden
7. Druckprobleme
Aus den bisher aufgezeigten Punkten wird ersichtlich, dass eine Vielzahl von Einflussfaktoren
(siehe nachfolgende Grafik) das Druckergebnis bestimmen.
Erfahrungsgemäß ist der Grund für einen fehlerhaften Druck so gut wie nie in der
Mechanik der Druckmaschine zu suchen. Fehler an der Druckmaschine selbst sind
fast immer offensichtlich und können eindeutig beschrieben und durch die Techniker
der Hersteller behoben werden. Dieser Punkt wird deshalb ausgeklammert.
Um die mit dem Drucken zusammenhängenden Fehler beseitigen zu können, ist
es von größter Wichtigkeit, die Fehler so detailliert wie möglich zu beschreiben.
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Allein mit der Information, dass die Maschine nicht druckt oder der Druck schlecht
sei, kann auch der beste Anwendungstechniker per Telefon nicht weiterhelfen.
7.1 Fehlerquellen
Nachfolgend sind häufig vorkommende Fehler aufgeführt:
Auf dem Druckgut:
- Keine Farbdeckung
- Passer stimmt nicht
- Verzug im Druckbild
- Unscharfer Druck
- Kein sauberer Farbverlauf
- Überdruckbarkeit bei Mehrfarbendruck problematisch
- Farbe stimmt nicht mit der Vorlage überein
- Fäden an den Konturen
- Rasterpunkte sind sichtbar/nicht sichtbar
- Feine Linien laufen zusammen
- Große Flächen werden nicht vollflächig gedruckt
- Kleine Lufteinschlüsse sind sichtbar
- Druckbild ist verschmiert
- Farbe haftet nicht auf dem Druckgut
- Glanzgrad nicht erreichbar
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Klischee
Vor-/Nachbehandlung
Maschine Bedruckstoff
Farbe Tampon
Druck
Temperatur Luftfeuchtigkeit
Während des Druckens:
- Tampon nimmt die Farbe nicht auf
- Tampon gibt die Farbe nicht oder nur teilweise ab
Darüber hinaus können weitere Fehler auftreten, die aber sehr spezifisch für
einzelne Bereiche sind:
Fehler, die im vorgelagerten Bereich liegen, z. B.:
- Vorbehandlung ungenügend
- Druckgut nimmt Farbe nicht an
Fehler, die im nachgelagerten Bereich liegen, z. B.:
- Farbe verändert sich nach einiger Zeit
- Farbe lässt sich nicht überlackieren
- Keine Haftung der Farbe auf dem Druckgut
7.2 Fehlereingrenzung
Zweckmäßig ist es, für eine schnelle Eingrenzung einer auftretenden Störung
einzelne Komponenten (z. B. Substrat, Tampon, Klischee und Farbe) systematisch
auszutauschen bzw. zu ersetzen. Auch sollte man die Maschineneinstellung und
die Umgebungsbedingungen kontrollieren (Luftfeuchtigkeit!). Hilfreich kann es
auch sein, einzelne Probedrucke mit einer langsameren oder schnelleren Druckgeschwindigkeit
durchzuführen oder den Tampon anzublasen.
Im Anhang sind eine Reihe von Fehlern, Ursachen und Vorschläge zur Abhilfe
aufgeführt (Seite 22 bis 38).
8. Schlussbetrachtung
Das Tampondruckverfahren hat in den letzten Jahren durch die Entwicklung der
geschlossenen Farbsysteme und der automatischen Tamponreinigung sehr an
Dynamik und Produktionssicherheit gewonnen und wird sicherlich im Laufe der
nächsten Jahre einen noch größeren Stellenwert im Vergleich mit den bestehenden
Dekorationsverfahren erzielen. Dieser Stellenwertzuwachs wird zusätzlich
durch die zunehmende Dekorierung von Artikeln des täglichen Gebrauchs, die
immer aufwendiger bedruckt werden, und durch das Umstellen von anderen
Druckverfahren gefördert. Weiterhin ist in der Industrie die Tendenz festzustellen,
dass immer mehr Bauteile bereits mit Ident-Nummern, Herstellerdaten usw.
gekennzeichnet werden müssen. Außerdem kommen noch die klassischen
Vorteile des Tampondruckverfahrens, wie z. B. die Wiedergabe kleinster Schriften,
das Drucken auf unebenen Gegenständen sowie die relativ hohe Druckgeschwindigkeit
und nicht zuletzt die Kostenvorteile, hinzu.
[Quelle: wikipedia]
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